Seniorenrat-Erkrath
Seniorenrat-Erkrath

Rheinische Post, 10.Dezember 2021

Erkrath. Senioren- und Jugendrat machen schon seit längerem gemeinsame Sache. Aber Corona bremst die gute Idee. Jetzt ist erstmal Weihnachtspause, doch ab 4. Januar 2022 soll es weitergehen.

Die Idee für das Gemeinschaftsprojekt, das junge und ältere Erkrather zusammenbringt, wurde 2018 geboren. Auslöser war der große Erfolg der stets gut gebuchtenTaschengeldbörse in Hilden, deren glänzende Bilanzen auch in Erkrath zur Kenntnis genommen wurden. Timo Kremerius, der Vorsitzende des Erkrather Seniorenrats, fand die Initiative vorbildlich - und lud deren Organisator Bernhard Wiese kurzerhand nach Erkrath ein, damit " wir das Rad nicht noch einmal erfinden mussten", wie Kremerius sagte.

Der Gast stellte dem Seniorenrat schließlich sein Know-how zur Verfügung und der hiesige Jugendrat war schnell als Multiplikator und Arbeitnehmerquelle gewonnen. Joachim Nentwich vom Seniorenrat, der die Erkrather Börse mit organisierte, erinnert sich noch gut an seinen Vortrag vor Schülern des Gymnasiums Hochdahl, die ganz angetan waren von der Idee, für einen vorab ausgehandelten, angemessenen Stundenlohn, in der Regel 10 €,

kleinere Arbeiten für meist ältere Bürger zu erledigen.

" Über den Jugendrat haben wir Verbindungen in alle Erkrather Schulen knüpfen können", erzählt Joachim Nentwich.

Die Börse sei in Erkrath daher recht schnell in Schwung gekommen, mit einem auf rund 60 regelmäßige Kunden angewachsenen Stamm. Alles lief bestens, die Hilfe - Einkäufe erledigen, Rasen mähen, etc. - wurde mit Freude erbracht und dankend angenommen. Aber dann brachte Corona den Betrieb zum Erliegen.

Anderthalb Jahre lagen die Börsenaktivitäten auf Eis, im September dieses Jahres wurde das Angebot zwar reaktiviert, kam jedoch nicht wieder recht auf die Beine. " Seit September hatten wir nur fünf Vermittelungen. Vor Corona waren es drei bis vier pro Woche ", berichtet Joachim Nentwich. Fast die gesamte Stammkundschaft aus der Zeit vor Corona sei weggebrochen, habe sich aus Ansteckungsangst mit der Unterstützung durch Nachbarn oder in der Nähe lebende Verwandte beholfen. Etwa ein halbes Dutzend Jugendliche der Börse stünde nach wie vor bereit, um Aufträge anzunehmen, doch gebe es derzeit keine jobs mehr für sie. Was tun?

Erst einmal Weihnachtspause machen, befand der Börsenrat, der stets zwei Vertreter - einen vom Jugen- und einen vom Seniorenrat - in das für die regelmäßigen Sprechstunden angemietete Büro im Begegnungszentrum " Hand in Hand "

( den benötigten Computer stiftete eine Erkrather Firma ) in der Beckhauser Straße entsendet. Diese beiden hatten zuletzt kaum noch etwas zu tun. "Aber wir werden nicht aufgeben ", unterstreicht Joachim Nentwich. Ab Januar teilen sich Junge und Senioren die Stallwache in der Beckhauser Straße. Am 4. Januar soll Neustart für die Aktivitäten sein, sprich die Hilfe kann wieder gebucht werden.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Melden können sich Erkrather, die Untestützung benötigen - sei es beim Rasenmähen, beim Einkauf, beim Gassigang mit dem Hund oder einfach nur beim Alltagsplausch, wenn ein Gesprächspartner fehlt. Dafür zahlen sie den jungen Helfer ein verabredetes Taschengeld (ab 5 € ).

Es darf sich aber lediglich um einfache, ungefährliche und regelmäßige Arbeiten handeln. Die tägliche Arbeitszeit sollte zwei Stunden, die wöchentliche zehn Stunden nicht überschreiten.

Damit alles seine Ordnung hat, müssen Jobber und Jobanbieter sich zuvor bei der Taschengeldbörse anmelden und registrieren lassen.

Ihr Büro hat die Taschengeldbörse im Begegnungszentrum          " Hand in Hand " in Hochdahl (Hochdahl - Arkaden), Beckhauser Straße 16g, neben der Bäckerei Oebel. Geöffnet ist es ab dem    4.Januar 2022 wieder dienstags von 17 bis 19 Uhr und freitags von 17 bis 19 Uhr. Kontakt über Telefon 02104 9571882,

e-mail: tab-erkrath@t-online.de, Internet: www.tab-erkrath.de